Danke

So nun sage ich hier auch einmal danke.  Wie viele Dinge habe ich erst hier entdeckt, voller Spannung gelesen, manches neu überdacht.

Besonders gern gelesen habe ich in diesem Jahr die Blogs von

Wildgans

Arno von Rosen

Sylvia Kling

readonmydear

Mitzi Irsaj

Frau Brüllen

Samy/Jastram/Buchhandlung

Red skies over paradies

transitnuremberg

Susanne Haun

Von Orten und Menschen

Korianderdame

Mickzwo

kat.

kormorananflug

finbarsgift

menuchaprojekt

mannigfaltiges

kafkaontheroad

Ruhrköpfe

jargsblog

Emil

finbarsgift

zeilentiger

 

wird noch aktualisiert

 

Besonders gern stöbere ich auch in die Literaturblogs von

literaturen

Kaffeehausbesitzer

 

buzzaldrin

buchrevier

Sätze und Schätze

Philea

Lustauflesen

Schifferwunder

 

Ein Beitrag der mich sehr berührt hat, auf den letzten Metern dieses Jahres hat Mariki geschrieben.

 

Vielen Dank für eure Kommentare, Beiträge, Inspirationen.  Ohne bloggen würde in meinem Leben eine  wichtige Komponente fehlen.  Einen guten Rutsch, kommt gut ins das neue Jahr 2018.

Der Gatte baut ein Regal. Hör mal sage ich:

„Man wies mir ein kleines Zimmer im vierten Stock des Hotels an.“

Ja…..

„Ich bekomme ein Kämmerlein zugeteilt-im dritten Obergeschoss des Hotels.“

„Letzteres“, sagt er.  „Soll ich drei oder vier Fächer bauen?“

Hauptsache die Geschirrhandtücher haben einen Platz. Wieso liest du eigentlich in zwei Büchern gleichzeitig?

Ich vergleiche Übersetzungen. Swetlana Geier und Alexander Nitzberg- Der Spieler von Dostojewski.

Es regnet. Sprühregen. Dreiundneunzig Prozent Luftfeuchtigkeit, der Kachelofen gibt alles. Gab alles.

Die Hunde liegen herum,  es sind doppelt so viele Kinder im Haus, als sonst. Der Gatte baut ein Regal.

Amy Liptrot´s „Nachtlichter“ war mein Buch des Jahres 2017.

Wieso schreibt die neue Postbotin so undeutlich? Ich kann beim besten Willen nicht erkennen wo sie den „Idioten“ hingebracht hat.  Die Familie hat die Stadt verlassen. Stille und Sonne im Haus. Beides ist selten. Ubu verliert Fell, viel Fell. Er muss zum Tierarzt. Beginne „Aufzeichnungen aus dem Totenhaus“ zu lesen. Der Wunsch chronologisch zu lesen. Manchmal taucht die Frage auf, ob ich noch genügend Zeit haben werde, um all die Bücher zu lesen die ich noch lesen möchte. Ich erfreue mich bester Gesundheit, dennoch der Zenit ist überschritten.

Der See liegt metallicfarben mit grauen Inseln. Möwen fliegen mit heiseren Rufen über die kühle Stille. Auf kahlen Ästen glitzern Regentropfen. Sonnenschein.

„Geld ist geprägte Freiheit. “ (Dostjewski) Denke über diesen Satz nach. Ich hätte gern mehr davon.

Zwischen den Jahren mit Dostojewskij

Hab gestern einen Film über Swetlana Geier gesehen. Sie hat mit 65 Jahren begonnen Dostojewskij zu übersetzen. Eine blitzwache kluge Frau. Das es nicht egal ist, welche Übersetzung man liest, wurde mir bei Bulgakow bewusst. „Meister und Margarita“ von Nitzberg, das war ein Genuss…

Heute dann den Geschenkgutschein in Dostojewskij umgesetzt. Ich war auf der Suche nach einer Übersetzung von besagter Swetlana Geier. Diese fand ich nicht, aber den “ Der Spieler“ übersetzt von Alexander Nitzberg. Das war Weihnachten pur und ich dankte im Geiste allen Kindergarteneltern für das Geschenk des Gutscheines.

Ich habe frei und bis auf die Bücherhallen in diesem Jahr nichts mehr vor, außer Dostojewskij und Hunderunden.

Der erste Weihnachtsfeiertag mit Concealer, der Misa Criolla, einer mutigen Predigt und Wildschwein

In Camphill in Aberdeen war die Weihnachtszeit besinnlich und dauerte bis zum sechsten Januar. In der kinderlosen Zeit begab man sich morgens in die Kapelle, um einen Vortrag zu hören , meist mit musikalischer Untermalung. Ich halte es für eine gute Idee dem Geist etwas Futter zu geben und widme mich nach dem Aufwachen den ersten beiden Briefen Schillers zur ästhetischen Erziehung. Der Gatte kam gestern spät, bummelig gegen 2.00 Uhr morgens und war nun seit 6.00 Uhr schon wieder weg.  Das Huhn liegt schwer im Magen, vielleicht ist es auch die Champignonsauce.

Die Pubertiermeute zartfühlend aus dem Bette geholt. Zieht euch ordentlich und sauber an, es geht zur Kirche. Vorher aber müssen die Hunde raus.

„Mama“, sagt Anna, “ du kannst ohne Concealer nicht raus. Du siehst aus wie ein Pandabär.“ Dabei hab ich keinen Tropfen Rotwein getrunken, früh geschlafen, nur zuviel gegessen.

„Ich weiß aber nicht wie man Concealer benutzt.“

„Du übermalst die Augenringe einfach.“

Ich bin mir nicht sicher ob ich jetzt statt grauer Schatten, hellbraune habe. Im Bulli lässt der Sohn seinen neuen Bluetooth Lautsprecher laufen…..

Erst in der Kirche wird es feierlich. Solisten, Chor und Musiker machen diesen Weihnachtsmorgen mit der Misa Criolla zu einem Fest. Der Pfarrer fragt in der Predigt , ob manche Christen in der satten Gemütlichkeit (er erwähnt auch Nationalismus) nicht vergessen hätten, dass Maria und Josef selbst auf der Flucht waren und das das Jesuskind nicht im Palast sondern in einem Stall geboren ward.

Nach dem Gottesdienst bekomme ich ein Wildschwein geschenkt, kein Ganzes, aber einen Teil! Ich habe nichts besseres zu tun, als es sofort in den Waldgruppenchat zu posten: Ich hab es, das Wildschwein! Da werden virtuell Messer und Gabel gewetzt.

Der Gatte hat mir Henssler geschenkt, auch nicht ganz, sondern in Buchformat. Der Sohn und ich hatten uns mal Streetfood in Hamburg gekauft. Es waren so unglaublich leckere Fisch und Chips , dass wir noch Tage später davon schwärmten. Vielleicht hat Henssler ja auch ein Wildschweinrezept.

Am Ende habe ich hier zu Hause den Bluetoothlautsprecher des Sohnes in Betrieb genommen und Marianne Faithfull , später die Misa gehört, während ich putzte.

Eine Whats App kommt an. Ich höre ab. Durch das ganze Haus schallt es. „Wir sind in Quarantäne.“ Arme Lina, aber wie kappe ich die Verbindung vom Lautsprecher zum Handy? Bluetooth und Concealer, zu viele neue Dinge an diesem Tag….

Nun ist die Gans im Ofen, dazu gibts Backkartoffeln und Rotkohl.

 

Euch noch einen schönen 1. Weihnachtsfeiertagabend.

 

Der Morgen am 24.

Anna schält Kartoffeln, Julius hilft. Es soll Kartoffelklösse geben. „Warum können wir nicht einmal mit der Familie feiern?“,  fragt Anna.

„Anna du weißt doch das Oma keinen Platz hat und ihr Mann schwer krank ist. Ein Hotel ist einfach zu teuer. Außerdem muss Papa Weihnachten immer arbeiten, fahren wir weg, kann er nicht mitfeiern.

Opa ist auch bettlägerig, euer Onkel und seine Frau pflegen ihn- sie können nicht kommen. Das Rheinland ist auch nicht gerade nebenan.“

“ Was ist mit Onkel R.?“

„Gerade umgezogen an den Bodensee. „

„Heiligabend ohne Familie und Papa ist blöd. “

„Ja“, sage ich, „aber ich kann es nicht ändern.“

Karla soll auch mit beim Kartoffelschälen helfen. Karla liegt noch im Bett und liest: “ Die schönsten Sagen des klassischen Altertums.“ Ich hatte gestern die Ilias in der Hand und habe mich schweren Herzens gegen das Buch entschieden.  „Wie kommst du auf das Buch, Karla?“

„Ich hatte nichts zu lesen, da hat mir Papa das gegeben. Ist spannend. Hab gerade die Geschichte von Prometheus gelesen.“

Sie legt Prometheus beiseite. Kartoffeln schälen……

Sprühnebelschwaden, der Wind fegt ums Haus. Die Stimmung ist, trotz Kernfamiliendasein, fröhlich.Ich werde jetzt das Hühnchen zubereiten. Euch ein wunderbares Weihnachtsfest.

 

 

Obdachlos in Hamburg

Während in der Mönckebergstraße die konsumfreudige Menge ihrer Wege zieht, begibt sich ein Teil der Obdachlosen bereits in den Schlafmodus. Ein nasskalter Wind fährt durch die weihnachtlich erleuchteten Straßen. Vor einem Geschäft stehen drei Frauen, vielleicht Ende zwanzig. Sie erzählen über den anstehenden Weihnachtsurlaub und die erstandenen Geschenke. Ihnen zu Füßen liegt ein Mensch im Schlafsack. Zu dieser Zeit sind die Obdachlosen überall in der Mönckebergstraße. Ich fröstele. Jasinna steht auch wieder da 20171208_183151mit seinem T-Shirt und ein Typ mit südländischen Aussehen fragt ihn ob alles ok wäre. Er meint es ernst.