Von früher Einschulung und Spaßkämpfen

Auf dem Gassigang traf ich S. Und von A nach B, erzählte er von seinem Neffen, der im Kindergarten sei. Davon dass die Erzieher gegen eine Einschulung mit fünf seien. Die Kinder würden nur spasskämpfen, aber sonst nichts richtiges tun. Spasskämpfen würde ja auch hibbelig machen.

Das kurze Gespräch beschäftigte mich. Jedes Kind ist ist verschieden, trotzdem der frühen Einschulung stehe ich auch skeptisch gegenüber. Es gibt Kinder, bei denen man spürt, dass jetzt etwas anderes kommen muss, aber in den meisten Fällen ist es nicht so. Kinder brauchen Zeit um die Schulreife zu erlangen, vor allem brauchen sie Zeit zum spielen. Diese Zeit kommt nie wieder und sie ist kostbar. Hier ein Beitrag aus der Brigitte zur frühen Einschulung. Schon im Kindergarten ist es nicht leicht, zwischen Schwimmen, Turnen, Ausflügen, Singen, Theaterstücken, Malen, Basteln noch Zeit zum spielen zu finden. Ich frage mich manchmal wie das auf abholende Eltern so wirkt, wenn die Kinder einfach nur im Garten spielen und die Erzieher daneben stehen und vermeintlich nichts tun. In der Regel tun sie. Sie beobachten, bieten Hilfen an, Lösungsmöglichkeiten bei aufkommenden Reibereien. Aber auch das Zulassen der Langeweile braucht Mut.

 

4 thoughts on “Von früher Einschulung und Spaßkämpfen

  1. Ich beschäftige mich zur Zeit auch mit diesem Thema. Unsere Tochter hat im Oktober Geburtstag und verpasst damit knapp die Einschulung. Regulär würde sie mit fast sieben eingeschult werden.
    Jetzt rät mir der Kinderarzt und die Kita, sie früher einzuschulen.
    Ich bin unsicher.
    Viele sagen, warum der Druck etc. Aber ich frage mich auch, ob sie sich nicht langweilen wird…
    Nachdenkliche Grüße
    Stacia

    1. Unsere beiden Mädchen wurden auch mit fast sieben eingeschult. Es war eine gute Entscheidung. Bietet euer Kindergarten denn Vorschulförderung an? Warum rät der Kinderarzt zur frühen Einschulung?

  2. Einer unserer Söhne wurde mit fünf Jahren eingeschult und hat uns das später bitter vorgeworfen. Wir haben uns bequatschen lassen, ich weiß nicht mehr, von wem. Richtig war es nicht, er empfand die Schule immer als Qual, hatte und hat ein starkes Freiheitsbedürfnis…Ja, es gibt solche und solche…Ich plädiere in jedem Fall für eine längere „Spielzeit“!

  3. Unser Sohn war im Kinderladen, wo er seit seinem zweiten Lebensjahr sehr spielerisch und selbstbestimmt heranwuchs. Als er Ende August sechs wurde und knapp hätte eingeschult werden können, fragte ich ihn: willst du lieber noch im Kinderladen bleiben oder in die Schule gehen? Er wusste sofort: Kinderladen! Also blieb er und genoss es, endlich der Größte und Älteste der Gruppe zu sein (zu der immer neue 2-, 3-, 4-, 5-Jährige gehörten) Er hat es nie bedauert, denn so überstand er die vielen später notwendig werdenden Umschulungen unbeschadet. –
    Natürlich ist es eine Frage der vorschulschen Situation und des Entwicklungstempos eines Kindes. Ich zB wurde als fünfjährige mit Sondergenehmigung des Schulrats in die bereits laufende 1. Klasse eingeschult, weil ich es unbedingt wollte und meine Mutter daher ihre liebe Not mit mir hatte (ich schrieb und las bereits, hatte ich mir wohl von den älteren Geschwistern abgeguckt.) Kindergärten gab es damals nicht. Auch ich habe es nicht bereut, denn so konnte ich die Schule auch früher als andere wieder verlassen, was mir sehr gefiel.
    Im übrigen bin ich keine Freundin von schulschem Lernen, und schon gar nicht im Kleinkindalter. Der Kinderladen war und ist mein Ideal-Konzept. Keine Pädagogen, die die Kinder von früh bis spät beäugen, sondern sich selbst regulierende Gruppen mit einer feinen Zuarbeit.durch Erwachsene, insbesondere was die Ausstattung, die Materialien, Werkzeuge etc betrifft. Im Grunde eine Wiederherstellung des natürlichen Aufwachsens.

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