Samstag am 5.

Heute ist wieder Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen und ich bin mit dabei.

Niemand ist wach. Es ist der fünfte Mai 2018 um halb sieben morgens mache ich mir einen Cappucino um den Hamburgtag in Angriff nehmen zu können.

Die Buchgewinne müssen zur Post. „Bring Proviant mit“, sagt der der Gatte. Er bestückt das Auto für irgendwelche Auftritte. Ich schalte im Bulli NDR1 ein, kaufe später Blau und Himbeeren und eine Jeans in Größe 42.

Der Zug vermeldet heute immer wieder „Störung!“ mit paranoid maschineller Stimme. Er ist ein eigenes Wesen und fällt dem Schaffner stets ins Wort. Die Mädchen lesen, ein korpulenter Mann trägt ein winziges Täschchen mit better be athletic, afrikanische Frauen in langen wallenden Kleidern reden lebhaft gestikulierend.

Dann sind wir da. Die Mädchen verschwinden in der Mönckebergstrasse, Sabine und ich trinken Kaffee-nicht in der Sonne.

Ein Engländer versucht fünf richtig auszusprechen, sein Mentor ist streng. Ich esse Spaghetti Bolognese.

„Von den Landungsbrücken tönt es : „Hafenrundfahrt!“ und HSV hat verloren.

 

 

Besucherströme, es riecht nach Schweiß, Bier und Parfüm, Straßenmusik und erste enttäuschte Betrunkene auf der Rückfahrt, die Mädchen lesen, ein Mann ist Gummibärchen von Haribo, während ich mir die Himbeeren aus dem Studentenfutter klaube.

Anna will tanzen gehen, Julius hat wieder einen Spieleabend organisiert, zu meiner Begeisterung. Wo bleibt die Stille der ich hinterherlaufe? Sie ist schneller als ich, stets auf der Flucht.

Wo ist dieser Tag geblieben? Karla und ich streifen kurz vor Toreschluss noch durchs Einkaufszentrum: „Kleine Feuer überall“ ist das Buch das ich kaufe, ein Roman über das perfekte Leben in der Vorstadt und perfekten Familien mit perfekten Masken. Ob es mit „Was ich euch nicht erzählte“ mithalten kann?

Im Vorort angekommen fällt die Stadt von uns ab. „Maiengrün“, Stille und der Geruch von Grillwurst.

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Jetzt bin ich müde.