Proust lesen Tag 4 -In Swanns Welt S.60-80

Zug nach Hamburg/

Anhand eines Stückchen Madeleine, versinkt Proust in einem Erinnerungsflashback, ähnlich ( in der Intensität, aber positiv)  einer traumabedingten Erinnerung, die man lebt wenn sie aufsteigt. Er versucht an dieses Erlebnis anzuknüpfen. Jochen Schmidt vermutet, dass jene Erinnerung vermutlich das ganze nächste Kapitel, bzw. die ganzen sieben Bände gebiert.

Weiterhin eine kranke Tante, die ausschließlich liegt und das Leben am Fenster liegend an sich vorbeiziehen lässt. Hypochondrie als Zeitvertreib.

Leider habe ich die zwanzig Seiten nur oberflächlich gelesen, Proust im Zug erscheint mir schwierig, jedenfalls für mich. Jochen Schmidt lese ich immer erst nach der Pflichtlektüre, um zu vermeiden versehentlich zu kopieren. Es muss genügen seine Vorgehensweise (Schmidt liest Proust),  1:1 abzukupfern.

Ein Tag am Meer liegt vor mir. Es ist nicht Balbec, aber dennoch nicht weniger spannend.

Hamburgtag

In Altona flirrt das Leben. Genieße es in der Menge abzutauchen, erkunde die Bücherhallen im Mercado, durchstreife die Seitengassen, trinke Cappucino, schaue in die ausgeliehenen Bücher. Ich bräuchte mal etwas schwerelosere Literatur. Die Themen Narzissmus und Traumata ( in der Bibliothek bearbeitet)  heitern mich nicht gerade auf. Ich habe einen Konflikt mit unzureichenden Mitteln gelöst, nun liegt er mir im Magen. Zwischendurch whats apped die Freundin: “ Wollen wir am Wochenende in die Künstlerkolonie? Es gibt ein Fest.“

Schreibe dem Gatten: „Kann ich weg am Wochende? Hamburgtag decke ich ab.“

Später an die Freundin: „Klappt“

Altona ist toll, schrill, bunt, lebendig. Zum Glück hab ich auch George Sand ausgeliehen, weil die Mutter in der „Suche“ nachts dem Kind George Sand vorliest.

George Sand ist Premiere für mich: „Seßhaft aus Pflichtgefühl, glaubst du mein lieber Francoise, daß ich, vom stolzen und eigensinnigen Lieblingsgedanken der Unabhängigkeit hingerissen…“ Das könnte was werden. Da die Zweigstelle außer „Mallorca“ nichts von George Sand vorrätig hat, vertage ich es auf die Kieler Bibliothek.

Erst spät am Abend schlage ich wieder im Vorort auf, noch ist es warm, Duft von Flieder.

 

 

 

 

 

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