Proust lesen-Tag 7-In Swanns Welt-S.120-140

Kiel

Es ist Sommer und Sonntag. Die Dienstboten sitzen im Spalier vor dem Gartentor. Sehen und Gesehen werden. Die Stille wird von einer vorbei galoppierenden Kürasserie unterbrochen. Der erste Weltkrieg steht kurz bevor. Während Francoise die zum Tode verurteilte Jugend bemitleidet, findet der Gärtner es löblich so viele junge Menschen zu sehen, die nicht am Leben hängen.

Der Großvater gibt antisemitische Anspielungen von sich, jedenfalls sieht er es nicht gern, wenn sein Enkel mit einem Juden befreundet ist.

Dann kommt der Regen, erst sandkörnerleicht, dann rhythmisches Plätschern, später allumfassend.

Ein Tag zum in die Tonne treten. Der Gatte offenbart mir am Morgen in einer Improvisation über Jazzakkorde mit Sprechgesang seinen Tageslauf.

“ Oh“, sage ich, „ich dachte ich hätte heute frei, Sommerfest und so?“

Er erwidert, ich hätte doch nur gefragt ob ich wegkönne und das könne ich selbstverständlich, nur sei er eben auch nicht da.

Die Teenies wollen nicht mit zum Sommerfest, und ich will sie nicht den ganzen Tag allein lassen, auch wenn sie es könnten. Und so bleibe ich zu Hause- fluchend. Staubige Hitze, Sehnsucht nach Regen und Leichtigkeit. Keine besonderen Vorkommnisse, der Tag verschwindet in der Tonne.

 

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