Proust lesen Tag 25-In Swanns Welt-S.440-460-Abhängige Liebe

Kiel/Vorort

Bis auf ein Gespräch mit der Prinzessin von Guermantes, langweilt sich Swann. Man ist noch immer auf der Soiree im Palais de Euverte. Er  leidet darunter, mit Leuten eingesperrt zu sein, „deren Dummheit und Lächerlichkeit ihn um so schmerzlicher berühren.“ Swann ist im Begriff zu gehen, als wie zum Hohn, das „kleine Thema“ von Vinteuil erklingt. „Ich darf nicht hinhören“, denkt er noch, aber  es ist zu spät.

Wie schon bei der Begebenheit mit der in Lindenblütentee getauchten Madeleine, tauchen die Erinnerungen in intensiver, lebendiger form auf.

Diesmal sind es Erinnerungen an glücklichere Tage mit Odette , Tage als sie ihn noch liebte.

Er erlebt die Momente dieser Tage wieder, in Form von szenischem und visuellem Wiedererleben. Geräusche, Gerüche, Körpererinnerung  sind geprägt durch ein Erleben im Hier und Jetzt.  Trigger ist die Vinteuil Sonate.

“ Mensch Swann!“, denke ich,“mach Therapie, lass los, verliebe dich neu, aber tue irgendetwas.“ Es kann doch nicht sein, dass der Erzähler seinen momentanen Hauptprotagonisten so unendlich lang leiden lässt.

Zwanzig Morgenseiten Proust. Ich steige aufs Fahrrad und fahre zur Arbeit. Bedeckter Himmel, es ist kühl. Der Holunder ist bereits verblüht.

Der Tag ist geprägt von Arbeit und Haushalt, keine Besonderheiten zwischen Wäschekörben und Einkaufslisten.

Karla fragt ob Kim Jong Un und Trump jetzt zusammen sind, Anna erzählt etwas über Biome. Ich höre Joe Cocker, während ich vorkoche. „Unchain my heart“