Proust lesen Tag 47-Im Schatten junger Mädchenblüte-Auf dem Weg nach Balbec-Nestroy Inszenierung und Meinungsfreiheit

Anhand des schönen Bauernmädchens, dass im rötlichen Sonnenaufgang, den ersten erwachten Reisenden ihren Milchkaffee serviert, entspinnt sich ein Gedankengang über wirkliche Kunst und Schönheit, nicht jene die sich aus einem Querschnitt ergibt, sondern etwas völlig Neues hinzufügt.

„Gewöhnlich leben wir mit einem auf das Minimum reduzierten Teil unseres Wesens, die meisten unserer Fähigkeiten wachen gar nicht auf, weil sie sich in dem Bewußtsein zur Ruhe begeben, daß die Gewohnheit schon weiß, was sie zu tun hat, und ihrer nicht bedarf.“

Kiel

Heute nur zehn Seiten, ich wage die Gewohnheit zu durchbrechen. „Weißt du“, sagte Karla gestern auf dem Nachhauseweg, „ich versuche mich nach und nach zu ändern. Und weißt du wie ich das mache? Ich nehme mir immer eine Sache vor und die übe ich dann so lange bis ich sie kann.“

„Und was hast du geübt?“

„Ich weiß nicht, ob dir das aufgefallen ist, aber ich bin nicht mehr so aufbrausend.“

„Oh doch, das ist mir aufgefallen.“

Karla ist ein Pünktlichkeitsfanatiker, wehe der Gatte bringt sie morgens zwei Minuten später zur Schule, dann wäre sie immer noch zehn Minuten zu früh….

Ein Tag Zuhause, ich schrieb Berichte.

Politik: In Österreich wird versucht ein Theaterstück( Nestroy Inszenierung)  der Zensur zu unterwerfen. Link

89 Afghanen wurden im Sammelflugzeug abgeschoben, egal ob gut integriert oder nicht. Allein die Herkunft entscheidet.

Proust lesen Tag 46-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Balbec

Kiel/Falckenstein

Nicht ganz in der Zeit geblieben und so datiere ich die frühen Morgenstunden des 4. Juli auf den dritten Juli zurück.  Im wunderbaren Blog von Buchwolf, noch einmal seine Zusammenfassung des ersten Bandes von der Recherche gelesen. Mein Fehler liegt vermutlich darin, mich nicht auf das Mikroskopieren einzulassen. Ich könnte , um dem abzuhelfen, mich auf zehn Seiten beschränken. Das wäre zumindest eine Überlegung wert. Vorerst belasse ich aber alles beim Alten. Denn wie gesagt, der Urlaub ist in Sichtweite.

Karlas Abschiedsgrillen mit der Klasse. Für den größten Teil der Klasse ist es nur der Abschied von der Unterstufe.

Lach-und Silbermöwen umrundeten beharrlich das Buffett, die Silbermöwen sind die penetranteren.

Sie verschmähen weder, Melonenschale noch Chips, hingeworfene Fakeleckerbissen ignorieren sie hochmütig, bedenken es mit einem spöttischen Lachen.

Mit der Fähre zurück, endlich der Versuch die zwanzig Seiten zu lesen. Noch immer ist das Auto kaputt.

img_20180703_212232.jpgProust: Etwa zwei Jahre später. Marcel hat es gegenüber Gilberte fast zu vollkommener Gleichgültigkeit gebracht. Zwei Jahre! Eine Reise in das Seebad Balbec wird geplant. Marcel freut sich zunächst darauf. Er hofft auf die veränderten Rituale, Gewohnheiten und Eindrücke um dem „von der Seßhaftigkeit erstarrten Alltag“ etwas entgegenzusetzen. Andererseits, als er erfährt, dass er nur mit der Großmutter reisen wird, verfällt er in Sorge.

Einige der einprägsamsten Sätze, waren für mich heute die Sätze über die Erinnerung, die noch zur Gilberte Episode gehörten.

„Daher lebt der beste Teil unseres Gedächtnisses außerhalb von uns, in dem feuchten Hauch eines Regentages, dem Geruch eines ungelüfteten Raumes oder dem Geruch eines eben entzündeten, aufflammenden Feuers, das heißt überall da, wo wir uns selbst wiederfinden, was unser Verstand als unverwendbar abgelehnt hatte, die letzte Reserve, die beste, der Vergangenheit, die, wenn all unsere Tränen versiegt scheinen, uns immer neue entlocken wird.“