Proust lesen Tag 106-Guermantes-noch immer Salon

Hamburg:

Überall Straßenmusiker/innen,  ich wanderte die Hafencity entlang, wie auch schon im letzten Jahr. Es ist seltsam einen Ort, ein Jahr später wieder zu besuchen, der dann die ihn gespeicherten Erinnerungen wieder freigibt.

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Proust: Noch immer im Salon von Oriane, wird sich unter anderem geistreich über Victor Hugo und Balzac unterhalten und darüber ob Literatur denn unbedingt das Hässliche in sich sich aufnehmen müsse, dass Leben sei doch schon grausam genug.

Proust lesen Tag 105-Guermantes-Oriane

Proust: An Tagen wie diesen beschränke ich mich allein darauf, niederzuschreiben was haften blieb. Der Ehemann der Madame de Guermantes liebt sie nicht, ihr verhilft seine Kühle und Strenge ihr nervöses Temperament zu erden. Während Oriane mit ihrer Ausstrahlung, ihrem Charme ihren Salon zu dem Salon überhaupt macht, hat ihr Mann wichtigeres zu tun und flattert von einer Liebe zur nächsten. Und so zeigt sich unter der Oberfläche der bezaubernden, schönen, geistreichen Oriane ein zweites Ich, dieses desillusioniert, bitter und müde.

 

Proust lesen Tag 104-Guermantes und was vom Tage übrig blieb

Kiel:

Der Borretsch blüht und die Bienen kommen in Schwärmen. Der Hornsauerklee blüht auch, zieht die Bienen aber nicht an. Ein paar vereinzelte rote Rosen, orangefarbene Beeren an der Hecke.dav

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Fiona genießt die Aussicht.

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Eine Singdrossel in der Vogelkirsche, auch Amseln und Kernbeißer bedienen sich.

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Ubu und Luna am toben

Sonniger Tag, ich durfte noch auskurieren.

Proust: Oriane ist geistreich, voller Esprit, um sie wird viel Aufhebens gemacht. Sie mag es nicht, wenn in ihrer Gegenwart die Schönheit einer anderen Frau gerühmt wird.

Dort wo Oriane de Guermantes auftaucht, fühlt man sich geadelt, aber man fürchtet auch ihren Spott, die genaue Beobachtungsgabe und die Schärfe ihres Verstandes.

Proust lesen Tag 103-Guermantes-Denver Clan und die einsame Prinzessin von Parma

Proust: Courvoisirs gegen Guermantes, die einen legen Wert auf eine tadellose Abstammung, die anderen folgen dem Adel des Geistes. Wo Gute sind muss es auch Böse geben. Die sozialistischen Ideen der Madame de Guermantes werden trotzdem nicht dazu führen, dass die charismatische Oriane einen mittellosen Künstler heiratet. Adel verpflichtet eben doch und die Rangfolge ist nur solange nicht von Belang, wie eine keine Verwässerung des blauen Blutes zur Folge hat..

Proust beschreibt die Bewegungen der männlichen Dekadenz als Choreografie des Ballettcorps.  Die einsame Prinzessin von Parma kopiert jedwede Bewegung der Madame de Guermante, allerdings ohne deren Esprit und so muss sie sich zuweilen mit 2 Gästen im ihren Salon bescheiden.

 

Proust lesen Tag 102-Guermantes

Proust: Madame de Guermantes nimmt es als Zwang des Adels, bzw. als lästige Beigabe, dass man statt spannende Bücher zu lesen, Salongeplauder veranstalten muss.

 

Kiel: Das Wetter schlägt Kapriolen. Morgens kalt und regnerisch, nachmittags warm, durchsetzt mit schwüler Luft, furchtbar. Der Organismus weiß nicht, auf was er sich einstellen soll.

 

Proust lesen Tag 101-Guermantes-Im Salon von Oriane

Proust: Nach den heutigen zwanzig Seiten, fragte ich mich was ich dazu bloggen sollte. Ich blätterte in „Schmidt liest Proust“. Jochen Schmidt benennt den Salon der Madame de Guermantes als Auslaufgehege des Adels mit bestimmten Gepflogenheiten. Also Marcel ist dort, wo er bereits im ersten Band hinwollte, er hat die nächste Sprosse erreicht.  Hier ist man so höflich und edel, dass es kaum auszuhalten ist. Marcel verliert sich auf dem Weg zum Salon im Anblick echter Elstirs. Er trifft mit 45 Minuten Verspätung  zum mittags oder Abendmahle ein. Vermutlich knurrt allen schon der Magen, aber man lässt sich nichts anmerken.

 

Strand, Wind, Kitesurfer, Hunde, Sonne, Sand, Wellen. Luna und Ubu tobten herum, der Gatte kraxelte über Felsen.

DJogger, Radfaher, Hunde und Besitzer und einige Angler. Das Schilf am Flussufer rauschte, es singen kaum Vögel, ein paar Blesshühner hörte ich.

Das Wetter war merkwürdig, um die 18 Grad, windig, nicht warm , nicht kalt.

Nach der Hunderunde begann ich aus dem Rest des Quittengelees, Quittenbrot zu machen. Im Garten trafen sich die Musiker um zu proben, Hummeln und Bienen tummelten sich gierig am Borretsch, die Wespen blieben beim Wein.

Relativ müde jetzt.

 

 

 

 

100 Tage Proust-Guermantes

Proust: Seit einhundert Tagen lese ich die Recherche. Heute eine deutliche Anspielung auf eine eventuelle Homosexualität Saint Loups, eine Einladung von Charlus die an den geheimnisvollen Vertrag erinnert, und einem Saint Loup der „Nicht den Boden berühren“ in einem Restaurant spielt.

Resumee: Oft, sehr oft sogar, freue ich mich darüber, dass ich den Mut hatte es mit diesen Mammutwerk aufzunehmen. Es steckt so viel drin und manche Sätze hauen einen einfach nur um, man bleibt nicht an der Oberfläche, immer geht es um tiefere Schichten, um den Sinn, um das was bleibt, um Motivation, um das was einen antreibt im Leben und dem was sich dagegen stellt. Die Langsamkeit stört mich nicht, nur das Salongeplauder liegt mir leider gar nicht, wobei ja nie nur das Salongeplauder gemeint ist. Würde ich richtig lesen, würde mir auffallen, dass ganz Frankreich dort Platz nimmt und an der großen Umwälzung teil hat.

Vielen Dank an dieser Stelle, an Bert, Gerda, Karin und alle anderen, durch deren kommentieren, im übrigen für mich der wichtigste Part, das bloggen erst seinen Sinn bekommt.

Kiel:

Heidkate:

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Wetter: Kühl, so kühl, dass man eine Jacke braucht. Immer wieder Regen, morgen kommen die Quitten vom Baum ins Glas, Hagebuttenmarmelade will ich auch ausprobieren. Würziger Herbstduft nach Laub und Feuer.

Proust lesen Tag 99-Guermantes

Proust:

Marcel hat von Saint Loup gehört, dass Mademoiselle Sternmaria schnell nachgeben wird. Er beginnt die Körperpflege und das Styling für den ersehnten Tag bereits 48 Stunden vorher. In die Rasur platzt Albertine, sie soll ihm helfen das Candlelightdiner mit vorzubereiten. Albertine von der geliebten Göttin, gefallen zur Lückenbüsserin.

Falls er besagte Dame an dem Abend nicht herumkriegen würde, bliebe immer noch Albertine.

„Wir nutzen unser Leben kaum, lassen in den spät dämmernden Sommerabenden oder in den frühen Winternächten die Stunden unvollendet, die doch ein wenig Friede oder Genuss einzuschließen schienen.“

Kiel: Deutlich Kühler. Sprühregen, Herbstluft, in der Kita haben wir Holundergelee eingekocht.

Die Tage werden rasant kürzer.

Proust lesen Tag 98-Guermantes-Charlus und Bloch

Proust: Bloch der behauptet, Charlus hätte zu ihm ein besonderes Verhältnis, wird im Beisein von Marcel aber von Charlus ignoriert.  Heute nur zehn Seiten.

Nachts regnet es immer wieder heftig, ich schlafe schlecht.

 

Proust lesen Tag 97-Guermantes-Einladung in den Salon von Oriane/Marcel

Proust: Das Prinzip bleibt immer dasselbe: Marcel bekommt das Erhoffte immer erst dann, wenn er es nicht mehr erhofft und auch nicht mehr will. Nachdem er auf Wunsch seiner Mutter, die Spaziergänge einstellte, um Madame de Guermantes zu sehen, die Leute begannen zu reden, erhält er nun eine Einladung in ihr Haus.

Es ist warm, sehr warm, aber überall breitet der Herbst bereits sein Reich und so mischt sich in den später lauen Spätsommerabend ein Hauch von Wehmut. Eine Hunderunde durch den Wald. Die Sonne geht glutrot unter und taucht den See in Farbe.