Proust lesen Tag 90-Guermantes

Proust:

„…, und das Bild, das die anderen sich von unserem Tun und Treiben machen, sieht dem, das wir uns selbst machen, nicht ähnlicher als einer Zeichnung ein mißratener Abzug, auf dem an manchen Punkten an Stelle eines schwarzen Striches ein leerer Fleck und statt weißer Flächen ein unerklärlicher Schnörkel erscheint.“

Kiel

Beim Pferd gewesen. Das Kind verweilte zwei Stunden dort und ich begnügte mich damit, zu lesen. Durch die Klappe in der Schuppenwand schob sich immer wieder eine Pferdemaul.

Es ist ein Urlaub, der keiner ist, aber das war vorher klar. Abends raffe ich mich auf und laufe mit den Hunden eine große Runde am Fluß entlang. Gefühlt war ich ewig nicht mehr hier. Es ist so grün, das Schilf hoch, als hätte es die wochenlange Trockenheit nicht gegeben. Nur die Holunderernte wird wohl in diesem Jahr nichts. Die Beeren sind klein und vertrocknet. Ubu und Luna springen durchs Gras, Hochlandrinder weiden, Schwalben fliegen tief. Der Himmel ist noch immer bewölkt, die Wolken hängen fast im Fluß und mir fällt das Lied ein in dem Jaques Brel singt, das man den Himmel fast trösten müsse.

 

 

 

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