Proust lesen Tag 111-Guermantes-einsamer Charlus-Köthen

Proust: Charlus macht Marcel ein Angebot, welches dieser nicht versteht. In die Schlöndorff Verfilmung von Proust reingesehen. Schlöndorff hat diese Szene wunderbar ins Bild gebracht. Charlus gebärdet sich mal wie ein Wahnsinniger, wie aus einem Shakespeare entsprungen, dann aber auch nah, ernst, maskenlos- er begehrt Marcel. Ich bin mir nicht sicher, ob es Marcel wirklich nicht verstand oder nicht verstehen wollte.

Immerhin ist Charlus im Morgenrock und reagiert sehr empfindlich auf die vermeintliche Abfuhr Marcels.

Sie ging mir nah, diese Szene.

Es geht also weiter mit Proust. Mit Guermantes bin ich nun fast durch und irgendwann wird es in der Suche um den Zerfall der bestehenden Gesellschaft gehen, allein das lässt mich schon dranbleiben, aber eben auch diese Fähigkeit Prousts sich in die tiefsten Feinheiten der seelischen Landschaft einzufühlen und zu verstehen.

 

Ansonsten: sonniger Tag, noch relativ warm, Wespen und Hornissen teilen sich den Garten. Die Bienenweidenblumen beginnen tatsächlich jetzt noch zu blühen.