Samstag im Oktober

Die Luft ist kalt und klar, über den  orange, gelb leuchtenden Baumkronen geht der sattgelbe Mond auf. Die Dämmerung verschluckt alle Farben. Das Feuer prasselt.

Proust am Morgen gelesen. Charlus und Morel, da werden Finten gelegt, Duelle angeordnet, es erinnert mich an diesen Roman „Was zu dir gehört“ von Garth Greenwell. Sugardaddy mit jungem gekauften Liebhaber, am Ende die Enttäuschung.dav

Gestern „Wir können auch anders “ von Detlev Buck gesehen. Mein Gott, was für ein herrlich schräger Film, mit pasolinischen Charakterkopfaufnahmen. Und dann noch das Ende am stillen Don. Mit dem Scholochowroman bin ich aufgewachsen, meine Mutter hat den Film immer wieder geschaut und das Buch war vom vielen Lesen am zerbröseln.

Heute dann mit „NVA“ weitergemacht.  Musil neben Proust im Spind, es ist die Luzius Keller Ausgabe die Leander Haußmann da eingebaut hat

Ein langsamer Tag, mit Fieber und Tom Waits Stimme, wäre ganz schön wenn das Immunsystem sich jetzt mal berappeln würde. Meine Güte, man muss sich ja nicht jeden Virus aufschnappen.

Was war noch? Einen sehr treffenden Text von Zaimoglu zu Kiel gelesen. Genau, so ist es nach Kiel zu ziehen.

 

 

2 Antworten auf „Samstag im Oktober

  1. Der Text von Zaimoglu im Merian? Ja, sehr schön und viel Wahrheit für die, die von südlich der Elbe kommen. – So du aber ein Holsteiner aus Dorf, Unter- oder Oberzentrum bist so ist Kiel natürlich genau andersherum. Nämlich die lokale und jugendfüllende Vorstufe zur Weltstadt, dabei nicht so eingebildet wie und beruhigender als Hamburg (Wo willst hinforn, Jung? Na‘ Kiel? Na, mak mohl.) Und nicht so provinziell-patrizierhaft wie das unattraktiv lütte Lübeck. – Das traditionelle (Winter-)Wetter? Eine Art natürliche Auslese der Assimilation. Erreicht, wenn auch der Zugezogene sagen kann: Bi uns is dat Wetter mal nu so. Ganz am Rande des kleinen Meeres. Punktum.

    1. Ehrlich mein erstes Jahr in Kiel, war mit eines der härtesten die ich je hatte. Ständig Wind, ständig Regen, dann noch in einer baumlosen Straße, keine Innenstadt, irgendwie überhaupt nicht grossstädtisch. Ach ich liebe Hamburg, aber ich habe meinen Frieden mit Kiel gemacht, es passiert ja viel, die Menschen echt nordisch und die Umgebung ist wirklich sehr schön. Nach meinem Leben im Osten, Schottland, Heidelberg, Hohenlohe, Kassel war Kiel erst mal ein echter Schocker, aber ausgerechnet hier bin ich geblieben:))))

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