„Es gibt kein Entrinnen vor den Stunden und den Tagen. Weder vor dem Morgen noch vor dem Gestern, weil das Gestern uns deformiert hat oder durch uns deformiert worden ist. Der Modus ist unwichtig. Deformation hat stattgefunden. Gestern ist nicht ein Meilenstein, an dem man vorübergegangen ist, sondern ein Tagstein auf der ausgetretenen Spur der Jahre und unabänderlich ein Teil von uns, in uns, schwer und gefährlich. Wir sind nicht nur müder wegen gestern, wir sind anders, nicht mehr, was wir waren vor dem Verhängnis des Gestern… Die Bestrebungen von gestern waren gültig für das gestrige Ich, nicht für das heutige. “

Aus:Proust, Essay von Samuel Beckett

5 Antworten auf „

  1. „Die Bestrebungen von gestern waren gültig für das gestrige Ich!“ Das ist richtig. Insofern gibt es keine Deformierung, sondern einen Weg, der jeden Tag von Neuem generiert wird. Die Bestrebungen von heute sind gültig für das heutige Ich. Liebe Grüße!

  2. Da möchte ich mit einem Zitat dagegen halten:
    „Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben – das Leben allen Lebens. In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins, die Wonne des Wachsens, die Größe der Tat, die Herrlichkeit der Kraft. Denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision.
    Das Heute jedoch, recht gelebt, macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.
    Darum achte gut auf diesen Tag.“ Rumi

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