Proust lesen-Tag 33-Im Schatten junger Mädchenblüte-Norpois zu Besuch in Marcels Elternhaus

 

Altona in schwüler Wärme,  im Cafe mit den angebundenen Büchern lese ich „Macht“ von Duve, mag ich leider gar nicht.

Proust:

Norpois ist noch immer zu Besuch bei Marcels Eltern.

Marcel erhofft sich Antwort auf seine drängende Frage; was in aller Welt die Welt an der Berma findet.

Norpois sitzt „mit der Lässigkeit eines Orchestermitgliedes „und“ hat seine Gesichtsmuskeln zur Unabhängigkeit erzogen.“

Mit maliziösem Lächeln, hält er Balbec für einen netten Urlaubsort mit niedlichen Villen, die Berma für schlau genug die richtigen Rollen zu wählen und zeigt sich belustigt darüber, das Swann der sich eins in besten Kreisen bewegte nun dem Kabinettsdirektor vom Postministerium überschwenglich für sein Kommen dankt.

 

Proust lesenTag 31-Im Schatten junger Mädchenblüte-Norpois bestärkt Marcel eine Laufbahn als Literat einzuschlagen

Proust:

Der ersehnte Tag ist da. Ich bin zum zweiten Teil vorgedrungen. 

Charakterstudien von Swann und Dr. Cottard. Marcels Vater macht die Beobachtung, dass die Wesensart eines Menschen sich in der zweiten Lebenshälfte manchmal noch einmal grundlegend ändert. So wird der früher bescheidene Swann zum marktschreierischen Pfau. Er, der einst „in anmutiger Weise eine Einladung nach Twickenham oder in den Buckingham-Palast verhehlte“, posaunt nun lauthals jeden neuen Kontakt heraus.  „Oh heute hat die Frau eines stellvertretenden Kabinettchefs den Besuch von Odette erwiedert.“ Fehlt nur noch der Gefällt mir Button. Swann wäre in der heutigen Zeit gut aufgehoben gewesen. Der Antisemitismus von Proust ist beträchtlich. Nachtrag: Der Antisemitismus den Proust beschreibt…..

Cottard wird aufs Korn genommen: seine übertriebene Schüchternheit und Artigkeit hatte ihn in seiner Jugend viele Sticheleien eingetragen. “ Welcher Freund hatte Erbarmen mit ihm gehabt und ihm geraten eine eisige Miene aufzusetzen?“

Weiterhin besucht ein Monsieur Norpois Marcels Familie zum ersten Mal. Ein wirklicher Glücksfall für Marcel, denn er wird den Eltern nahelegen, Marcel zu gestatten die Berma zu sehen und ihn in dem Wunsch eine literarische Laufbahn einzuschlagen, bestärken.

Kiel

Wolkenverhangener Himmel, auf den Waldwegen springen spinnengroße Wechselkröten. Der Sohn war paddeln und brachte diese Bilder mit:

Mir begegnete diese Erscheinung:

sdr

Ein Aufschub im CSU /CDU Streit.

Ein Streitgespräch am Telefon politischer Natur.

Ein Telefonat mit der Mutter, die Lage ist ernst, keine einfachen Zeiten.

 

 

Proust lesen Tag 30-Unterwegs zu Swann-Marcel ist in Gilberte verliebt

Proust:

Alles was mit Gilberte zusammenhängt, ist für Marcel von größter Bedeutung. Swann, der nun hier als Vater von Gilberte auftaucht und Odette als deren Mutter, sind für Marcel magische Wesen. So wird auch ein Regenschirmkauf zum Ereignis des Tages, denn es war Swann den Marcels Mutter beim Einkaufen traf.

Marcel unterscheidet Gilberte in treu und frivol. Frivol ist sie, wenn sie nicht zum gemeinsamen Spiel in die Champs Elysee kommen kann. Marcel stellt aber bereits im nächsten Satz fest, würde sie ihn lieben, würde er ihr Wegbleiben anders bewerten.

Kiel:

Es wird schwieriger Proust zu lesen. Morgens überfliege ich die Seiten, widme mich dann dem Essen kochen und dem Haushalt. Endlossätze, Zeitsprünge, Introspektionen, es überfordert mich. Der Himmel ist bedeckt. Temperaturen um die zwanzig Grad. Im benachbarten Gartenstück, welches einst uns gehörte, waltet die Natur nach ihren eigenen Gesetzen. Das Gras steht hoch und ist braunrötlich verdorrt. Tatsächlich entdecke ich hier vereinzelte Schwebwespen und Kohlweißlinge.

Später geht ein Teil der Familie zur Kieler Woche. Ich bleibe zu Hause, lese Proust noch einmal. Einen Satz laut, Zusammenfassung, nächster Satz und so weiter. Die Hunde jagen einen Brummer. Sonst ist es hier still, es ist fast unerträglich.

Es hat begonnen zu regnen. Auf die Kieler Woche ist eben Verlass.

CDU/CSU Debakel, die Zeit der Ruhe ist vorbei.

Fußball WM Fieber.

Proust lesen Tag 29-Unterwegs zu Swann-Marcel spielt mit Gilberte in der Champs Elysees Barlauf

Proust:

Marcel trifft Gilbert zum Barlauf spielen in der Champs Elysee. Im Park gibt es Parkwächter ( für die Insider: vermutlich nicht mit sächsischen Dialekt), Statuen, ein von Strahlen überzogenes Mädchen, einen charismatischen Jungen und Tauben die gefüttert werden.

Bert hat Recht. Die Odette Episode war nur zum Aufwärmen. Nach einer kurzen Naturbetrachtung, geht es sofort weiter zu Gilbert. Und bei Proust gehen Verliebtheiten nie unkompliziert vonstatten. Immer bringt es Eifersucht, besitzen wollen, Sehnsucht, Machtgelüste und Gemeinheiten zum Vorschein. Ich freue mich sehr auf Albertine.

Eine Szene in diesen heutigen zwanzig Seiten, empfinde ich als so anstößig, dass ich beschließe sie nicht zu verbloggen. Nacher sperrt WordPress noch meine Seite…

Gilbert nennt Marcel beim Namen….

Hamburg:

Hamburg ist ein verhältnismässig ruhiges Pflaster heute, im Gegensatz zum Kielerwoche Kiel.

Schwülwarmer Tag. Der Mohn hat alle Federn beim Regenguss gelassen. Morgens tummelten sich dort noch die Hummeln. Thymian, Lavendel und Minze blühen.

Wo sind die Bienen?

 

 

 

Proust lesen Tag 28-Unterwegs zu Swann-Marcel freut sich auf Venedig und bekommt ein Reiseverbot

Proust:

Die Liebe zu Odette gehört vorerst der Vergangenheit an. Swann ist geheilt.

Nun gibt es wieder einen Zeitsprung  von Paris nach Combray, von Swann zu Marcel.

Marcel freut sich auf Reisen nach Venedig und Florenz, gerät darüber aber so in Aufregung, dass der Arzt ihn jegliche Aufregung in Form von Reisen und Theaterbesuchen, für ein Jahr verbietet.

KieL:

Anna hatte den letzten Tag an ihrer Schule.

Weiterhin spielte ein Knopfregal eine Rolle,

dav

kam ein neues Familienmitglied. Hier werde ich nun Proust lesen.

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und beobachtete ich in Nachbarsgarten Hummeln.

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Proust lesen Tag 27-Unterwegs zu Swann-Swann entliebt sich

Proust:

„Jedesmal, wenn sie ein Weilchen fort war, fühlte Swann, daß er anfing, sich von ihr zu lösen…“

Endlich ist der Moment da. Entweder beginnt der Sturm sich in in Swann selbst zu legen oder er ist ausgebrannt. 

Hamburg:

“ Du hast die „Recherche“ gelesen!“ In einem gemütlichen Cafe in Hamburg, in dem es Bücher an der Leine gibt, halte ich mich an meiner tiefdunklen Schokolade fest. „Sag schon, wie endet es mit Odette?“

Yulia wirft ihr blauschwarzes Haar nach hinten.

„Es ist zu lange her und ich habs auf japanisch gelesen. Außerdem will ich dir das nicht verraten.“  „Lies selbst.“In Hamburg trägt die Ü70 Generation blaue Filzdreadlocks und draußen spielt einer Klavier. „Was ist  denn die Recherche?“ fragt Lilli, während sie in einem angeleinten Buch blättert.   Ich erzähle etwas von nicht gegebenen Gutenachtküssen, in Tee eingeweichten Gebäckstücken, Symbiose und Abhängigkeit.

 

 

 

 

Proust lesen Tag 26 -Unterwegs zu Swann-Odette unter Verdacht-Die Beziehung eskaliert

Proust:

Odette habe viele Liebhaber, so sagt es der Brief, unter anderem auch Liebhaberinnen.

Swann,  ohnehin obsessiv und zwanghaft, erscheint nicht fähig, diese ungesunde Beziehung aufzulösen, beginnt nicht nur sich den Tod zu wünschen, sondern auch Odette. 

Kiel:

Der Himmel ist bedeckt, noch immer ist es kühl, aber die Sonne bricht sich ab und zu Bahn.

 

Proust lesen Tag 25-Unterwegs zu Swann-Soiree bei Saint Euverte-Vinteuil Sonate

Proust:

Bis auf ein Gespräch mit der Prinzessin von Guermantes, langweilt sich Swann. Man ist noch immer auf der Soiree im Palais de Euverte. Er  leidet darunter, mit Leuten eingesperrt zu sein, „deren Dummheit und Lächerlichkeit ihn um so schmerzlicher berühren.“ Swann ist im Begriff zu gehen, als wie zum Hohn, das „kleine Thema“ von Vinteuil erklingt, es war der Auftakt der Beziehung zu Odette. 

Wie schon bei der Begebenheit mit der in Lindenblütentee getauchten Madeleine, tauchen die Erinnerungen in intensiver, lebendiger Form auf.

Kiel:

Ich steige aufs Fahrrad und fahre zur Arbeit. Bedeckter Himmel, es ist kühl. Der Holunder ist bereits verblüht.

Der Tag ist geprägt von Arbeit und Haushalt, keine Besonderheiten zwischen Wäschekörben und Einkaufslisten.

 

 

 

Proust lesen Tag 24-Unterwegs zu Swann

Proust:

Swann ist bei der letzten Soiree des Jahres bei der Marquise de Saint-Euverte eingeladen, lieber wäre er bei Odette.

Es ist ihm alles gleichgültig, was nicht mit Odette zu tun hat. Charlus bietet an ihn zu begleiten, um ihn Langeweile zu ersparen. Swann lehnt ab, bittet ihn stattdessen zu Odette zu gehen, um Einfluss auf sie zu nehmen.

Diener mit Dreispitz und hohen Stiefeln vor dem Eingang des Palais, eine „prächtige, unbeschäftigte Meute hochgewachsener Diener“. Lange Beschreibungen von Pracht und Gästen.

Kiel:

Morgens pickte ein großer Grünspecht im Boden unseres Gartens. Im Mohn tummelte sich ein Schar Hummeln

dav
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und ein langer grün schillernder Bockkäfer erkundete die Pflanzenwelt.

dav
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Der Himmel bedeckt, etwas kühler.

 

Proust lesen Tag 22-In Swanns Welt-Eine Liebe von Swann-Odette geht allein zu den Verdurins

Proust:

Odette ist für drei Wochen verreist. Zumindest in Gedanken beginnt Swann die Möglichkeit einzubeziehen, sich selbst von dieser Liebe zu heilen. „Wie alle Menschen, die eine Sache besitzen, hatte er, nur um festzustellen, was wäre, wenn er sie plötzlich nicht mehr besäße, versucht sie aus seinem Geist zu eliminieren…“

Nach ihrer Rückkehr verläuft alles wie bisher. Sie geht ohne ihn zu den Verdurins, amüsiert sich, trifft Männer, er ist von ihr besessen.

Es gibt wieder Momente, da erregen ihre scharfen Züge oder ihre unfrische Haut sein Missfallen.  Er deutet es als Fortschritt, gleichzeitig sieht er ein, dass diese Liebe inoperabel ist. Er erkennt seinen Wahn, den er nicht heilen kann und geht so weit, sich den Tod zu wünschen.

Warum Odette während der Beziehung zu Swann auch andere Männer trifft, habe ich erst heute verstanden. Sie ist eine Kokotte. Ich habe mir nun die Luzius Keller Übersetzung dazugeliehen. Sie liest sich deutlich geschmeidiger.

Kiel:

Morgens lange über Ida Rubinstein gelesen und Videos angesehen. Was für eine Frau! Was für eine begnadete Tänzerin!

Endlich Regen! Trotzdem bleibt es drückend schwül.  Der Sohn schraubt den ganzen Tag am Fahrzeug, Karla singt  „Non, je ne regrette rien“ von Piaf, während wir im Bulli durch den Sonntag fahren. Später noch am Fluß Blesshühner gesichtet, Kaminfegerle auch. Kuckucksrufe und Eichelhähergeschrei, die Seepflanzen blühen, die Schwertlilien nicht mehr, dafür aber Jasmin.

Trump sorgt mit dem G7 Tweets für Aufregung.

 

 

 

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