Proust lesen Tag 66-Im Schatten junger Mädchenblüte-Erster Aufenthalt in Balbec

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Proust: Marcel ist mit der kleinen Schar unterwegs.

Albertine zu Marcel: „Ich darf mit Israelitinnen nicht verkehren, sagte Albertine.

Die Art, wie sie das Wort „Israelitinnen „(mit scharfem s) aussprach, bewies zur Genüge, auch wenn man den Rest des Satzes nicht gehört hätte, daß Sympathie gegenüber den Angehörigen des auserwählten Volkes nicht das Gefühl war, das die jungen Töchter frommer Familien der Bourgeoisie beseelte; man hätte sie sicher leicht noch glauben machen können, die Juden brachten kleine Christenkinder um.(Marcel)

„Außerdem haben sie scheußliche Manieren.“(Albertine)

Dieser Aspekt der heutigen zwanzig Seiten soll genügen.  Ich frage mich ob Proust seinen Protagonisten den Antisemitismus neutral beobachten lässt, als Sittengemälde der damaligen Zeit.

Heute morgen ließ uns ein bedeckter Himmel aufatmen, besonders die Katzen wurden etwas agiler.

Die Möwen observieren ihr Territorium , nichts bleibt unentdeckt.

 

 

Proust lesen Tag 54-Im Schatten junger Mädchenblüte-Erster Aufenthalt in Balbec-1.Auftritt Saint Loup-Bloch und antisemitische Tiraden

 

Proust:Wie wertvoll sind Takt, Feinheit, Diskretion und vornehme Unaufdringlichkeit, wenn gewisse Leute wie Chateaubriand, Vigny, Hugo oder Balzac-eingebildete Menschen ohne Urteilsvermögen, es auch so zu etwas gebracht haben? Das fragt sich Marcel.

Abends legt er der Großmutter die skizzenhaften Eindrücke der menschlichen Wesen vor, die er vermutlich des Tages traf.

Saint-Loup trifft in Balbec ein, dieser ist der Neffe der Madame Villeparisis und beeindruckt zunächst durch Schönheit, (Marcel beschreibt den Eindruck eines überlegenen Sportsmannes), Eleganz und eisiger,hochmütiger Miene. Jedoch der Anschein trügt, er scheint allein für die Dinge des Geistes zu brennen, verbringt Stunden mit dem Studium von Nietzsche und Proudhon und hat eine Neigung zum Sozialismus. Marcel und Saint-Loup freunden sich.

Bloch: „Eines Tages, als wir am Strand im Sand saßen, hörten wir beide, Saint-Loup und ich, aus dem mit Tuch bespannten Strandhäuschen, an das wir uns lehnten, Verwünschungen gegen die Judeninvasion ausstoßen,von der Balbec heimgesucht sei. „Man kann keine zwei Schritte gehen“, hörte man jemand sagen, ohne daß man auf welche stößt. Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Judentum eingenommen, doch hier herrscht ein Überangebot. Auf Schritt und Tritt hört man etwas wie: Nu hör Apraham, hab ich den Jakop gesein.“ Man denkt man sei in der Rue dÁboukir“ Der Mann, der in dieser Weise gegen Israel eiferte, trat endlich aus dem Häuschen; wir schauten auf und sahen den Antisemiten. Es war mein Kamerad Bloch.“

Bloch Halbjude, der damals selbst vom Onkel Marcels mit antisemitischen Sprüchen bedacht wurde, der Bergotte mag und kein Benehmen kennt.

Die Juden seien in Balbec schlechter assimiliert als in Paris, bewegten sich immer nur in ihrer eigenen homogenen Gruppe, seien mit keinem anderen Element durchsetzt, so beschreibt es Marcel.

Kiel/Eidertal

Für die erste Seite der der heutigen Zwanzig brauchte ich eine geschlagene Stunde. Jeden Namen schlug ich nach. Auch die Phädra las ich an, endlich.

Im Wohnwagen bei pladdernden Regen, „Divines“ noch einmal gesehen. Das Leben zweier Mädchen im Banlieu, die schnell an das große Geld kommen wollen. Das war gestern.

Heute ging die Tour durchs Eidertal, Vogelgesang, Grillengzirpe, drückende Schwüle. Auf einer morschen Brücke saßen Kinder und ließen die Beine ins trübe Wasser der Eider baumeln.

 

 

 

Proust lesenTag 31-Im Schatten junger Mädchenblüte-Norpois bestärkt Marcel eine Laufbahn als Literat einzuschlagen

Proust:

Der ersehnte Tag ist da. Ich bin zum zweiten Teil vorgedrungen. 

Charakterstudien von Swann und Dr. Cottard. Marcels Vater macht die Beobachtung, dass die Wesensart eines Menschen sich in der zweiten Lebenshälfte manchmal noch einmal grundlegend ändert. So wird der früher bescheidene Swann zum marktschreierischen Pfau. Er, der einst „in anmutiger Weise eine Einladung nach Twickenham oder in den Buckingham-Palast verhehlte“, posaunt nun lauthals jeden neuen Kontakt heraus.  „Oh heute hat die Frau eines stellvertretenden Kabinettchefs den Besuch von Odette erwiedert.“ Fehlt nur noch der Gefällt mir Button. Swann wäre in der heutigen Zeit gut aufgehoben gewesen. Der Antisemitismus von Proust ist beträchtlich. Nachtrag: Der Antisemitismus den Proust beschreibt…..

Cottard wird aufs Korn genommen: seine übertriebene Schüchternheit und Artigkeit hatte ihn in seiner Jugend viele Sticheleien eingetragen. “ Welcher Freund hatte Erbarmen mit ihm gehabt und ihm geraten eine eisige Miene aufzusetzen?“

Weiterhin besucht ein Monsieur Norpois Marcels Familie zum ersten Mal. Ein wirklicher Glücksfall für Marcel, denn er wird den Eltern nahelegen, Marcel zu gestatten die Berma zu sehen und ihn in dem Wunsch eine literarische Laufbahn einzuschlagen, bestärken.

Kiel

Wolkenverhangener Himmel, auf den Waldwegen springen spinnengroße Wechselkröten. Der Sohn war paddeln und brachte diese Bilder mit:

Mir begegnete diese Erscheinung:

sdr

Ein Aufschub im CSU /CDU Streit.

Ein Streitgespräch am Telefon politischer Natur.

Ein Telefonat mit der Mutter, die Lage ist ernst, keine einfachen Zeiten.