Proust lesen Tag 52-Im Schatten junger Mädchenblüte-Balbec-Kutschfahrt mit Madame de Villeparisis

Morgens in Balbec:  Marcel zieht die Vorhänge ungeduldig auf um das Meer zu sehen.

 

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„Denn keines dieser Meere blieb länger als einen Tag. Am nächsten schon war ein anderes da, das manchmal dem vorherigen glich.Nie aber habe ich zweimal dasselbe gesehen.“

Marcel erleidet einen Fieberanfall und darf fortan nicht mehr zu lange in der Sonne verweilen. So fahren sie fortan auf den holprigen Straßen des Festlandes in der Kalesche von Madame de Villeparisis an der „Kühle und dem weichen Wogen“ entlang. Die Apfelbäume haben ihre Blüten verloren und erste Fruchtansätze gebildet. Marcel fühlt sich dem Meer nicht mehr nah genug: „es kam mir nicht lebendig vor, sondern lag da wie erstarrt.“ Madame Villeparisis denkt fortschrittlicher als angenommen und nimmt die Republik in Schutz und hält Menschen die nicht arbeiten für Taugenichtse, was sich in diesem Fall eher auf den Adel bezieht.

Marcel erfreut sich an ihren Reden, vereinzelt auftauchenden Kornblumen und Landmädchen.

Norpois  findet wieder Erwähnung.

Krusendorf/Kiel

Dünen, Steilküste, menschenleerer Steinestrand, gesäumt von Huflattich, Schachtelhalm, Kamille und Schilf.  Oben auf dem Dünenweg, wogende Felder von Weizen, Gerste und Hafer. Auf dem Stein im Meer sitzt ein Kormoran, hinten im Bild ein bewegungslos verharrendes Kriegsschiff.

Windschiefe Bäume, die Rufe nach den Hunden verhallen im Wind und dem Rauschen der Wellen.

Urlaub: Die Katzenfrau kam noch mal vorbei um sich von den Katzen zu verabschieden. Überraschend stellten wir fest, dass unsere beiden Grazien einen gewissen Bekanntheitsgrad haben.

Der Router ist ersetzt, ich habe mir „Fliegende Hunde“ bestellt und die Katzen gewöhnen sich langsam ein.

Proust lesen Tag 49-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Ankommen in Balbec

Kiel/Heidkate

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Wind und sich aufbäumende Wellen

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Letzter Arbeitstag, noch einmal knackig….

Am Abend endlich wieder am Meer gewesen. Karla hat ein Zeugnis mit 1,9 nach Hause gebracht. Woher nimmt sie ihre Kraft?

Proust: Die Möbel im Hotelzimmer sind Marcel gegenüber feindselig gestimmt, selbst die Standuhr redet unablässig in einer fremden Sprache-vermutlich über ihn.

Heimat-ist allein die Großmutter.

 

Proust lesen Tag 48-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Balbec

Außerdem ist heute Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen und ich bin mit dabei.

Proust: Zehn Seiten. Mittlerweile wissen die Kinder, dass mir diese Zeit heilig ist.

Marcel ist in Balbec angekommen und zutiefst enttäuscht, denn seine Vorstellung von der meerumtosten Kirche unterMöwengeschrei  ist nicht deckungsgleich mit dem was er vorfindet. Es ist ein Urlaubsort der nichts von der schroffen Einsamkeit hat, die er sich vorstellte. Am liebsten will er zurück nach Paris. Weg vom falschen Marmor des Grandhotels und dem Fehlen des gewohnten Umfeldes.

Kiel

Kühler, wolkenverhangener Tag mit vereinzelten Nieselregentropfen. Die Disteln blühen lila und verströmen schweren süßen Sommerduft.

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Morgens treffen im Sekundentakt Whats App Nachrichten ein. Madita fragt ob Karla nicht Lust hätte Jasmina auf dem Bauernhof zu besuchen, Lina erzählt vom Verliebtsein und Luise von der Konferenz.

Keine besonderen Vorkommnisse bei der Arbeit, dafür aber zu Hause. Die Teenies werden verpflichtet beim Bewältigen des Wäscheberges mitzuhelfen. Sie können entscheiden: Miete zahlen mit Vollpension oder Mithilfe im Haushalt. Irgendwann ist der Wäscheberg bewältigt, das Wohnzimmer aufgeräumt, das Bad geputzt.

Ich muss noch am Computer arbeiten, einen Kinderbericht zu Ende schreiben, Fotos sortieren. Ein Gassigang mit den Hunden.

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Es ist der letzte Tag vor dem Wochenende und einem dreiwöchigen Urlaub.

Man darf es kaum erwähnen, aber an grauen Tagen wie diesen, an denen das Licht der kleinen Stehlampe den Schreibtisch erhellt, beginne ich mich auf die Herbsttage zu freuen.

Politik: In Österreich wurde per Diktat und trotz Massenprotesten der Zwölfstunden Arbeitstag beschlossen.

Proust lesen Tag 46-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Balbec

Kiel/Falckenstein

Nicht ganz in der Zeit geblieben und so datiere ich die frühen Morgenstunden des 4. Juli auf den dritten Juli zurück.  Im wunderbaren Blog von Buchwolf, noch einmal seine Zusammenfassung des ersten Bandes von der Recherche gelesen. Mein Fehler liegt vermutlich darin, mich nicht auf das Mikroskopieren einzulassen. Ich könnte , um dem abzuhelfen, mich auf zehn Seiten beschränken. Das wäre zumindest eine Überlegung wert. Vorerst belasse ich aber alles beim Alten. Denn wie gesagt, der Urlaub ist in Sichtweite.

Karlas Abschiedsgrillen mit der Klasse. Für den größten Teil der Klasse ist es nur der Abschied von der Unterstufe.

Lach-und Silbermöwen umrundeten beharrlich das Buffett, die Silbermöwen sind die penetranteren.

Sie verschmähen weder, Melonenschale noch Chips, hingeworfene Fakeleckerbissen ignorieren sie hochmütig, bedenken es mit einem spöttischen Lachen.

Mit der Fähre zurück, endlich der Versuch die zwanzig Seiten zu lesen. Noch immer ist das Auto kaputt.

img_20180703_212232.jpgProust: Etwa zwei Jahre später. Marcel hat es gegenüber Gilberte fast zu vollkommener Gleichgültigkeit gebracht. Zwei Jahre! Eine Reise in das Seebad Balbec wird geplant. Marcel freut sich zunächst darauf. Er hofft auf die veränderten Rituale, Gewohnheiten und Eindrücke um dem „von der Seßhaftigkeit erstarrten Alltag“ etwas entgegenzusetzen. Andererseits, als er erfährt, dass er nur mit der Großmutter reisen wird, verfällt er in Sorge.

Einige der einprägsamsten Sätze, waren für mich heute die Sätze über die Erinnerung, die noch zur Gilberte Episode gehörten.

„Daher lebt der beste Teil unseres Gedächtnisses außerhalb von uns, in dem feuchten Hauch eines Regentages, dem Geruch eines ungelüfteten Raumes oder dem Geruch eines eben entzündeten, aufflammenden Feuers, das heißt überall da, wo wir uns selbst wiederfinden, was unser Verstand als unverwendbar abgelehnt hatte, die letzte Reserve, die beste, der Vergangenheit, die, wenn all unsere Tränen versiegt scheinen, uns immer neue entlocken wird.“