Proust lesen Tag 61-Im Schatten junger Mädchenblüte-Balbec-Marcel trifft Albertine im Atelier von Elstir

Proust: da ich auch heute keinen Computer zur Verfügung habe, gibt es nur Stichpunkte. Marcel trifft auf Elstir dem Maler. Sie sprechen über die Kirche in Balbec und darüber was einem verborgen bleibt, wenn man zu flüchtig wahrnimmt.

Und Marcel trifft Albertine im Atelier von Elstir.

Plön:

Morgens lange die Stille genossen, gelesen, gefrühstückt, wieder eingeschlafen. Luise war arbeiten. Ich hatte ich das Haus für mich allein. Erst hier werde ich meiner Erschöpfung gewahr. Eine Fahrradtour zum Cafe am Fluss, „zähe Trockenheit der sonnenverbrannten Erde, die nur dank der Transparenz der Ferne und dem Schatten der Bäume unter leichten Schleiern lag“ (Proust).

Später ein  Eiskaffee im Cafe direkt am Wasser. Ein Fluß, der unter den Brücken der Stadt hindurchgleitet“, (Proust), der Geruch nach Brackwasser, „unbewusstes Wohlgefühl dieses Sommertages“.  Eine lärmende Entengruppe. Die alleinerziehende Entenmutter zeigt ihren Küken die Stadt vom Fluss aus und führt ihnen immer wieder vor, wie sie durch das Fliegen hinauf zum Holzboden des Cafes gelangt, dort gibt es Krumen aller Art. Die Erpel schwimmen in Erpelgruppen herum. In der sengenden Wärme fahre ich zurück. Luise möchte an den See.  Wir  essen fürstlich in einem Restaurant, beobachten die Gäste, um sie zu klassifizieren, und klönen. Auf dem Rückweg steigen wir Wendeltreppen hinab, gehen am Seeufer entlang, folgen kleinen Gassen. Es ist bereits dunkel als wir in ihrem Garten die Kaninchen in den Stall bringen, die Pflanzen gießen. Ich schlafe im Zimmer ihrer abwesenden Teenagertochter, das Dachfenster verhangen mit „Decken die die Hitze abwehren sollen“. Morgen geht es wieder nach Hause.

Proust lesen Tag 52-Im Schatten junger Mädchenblüte-Balbec-Kutschfahrt mit Madame de Villeparisis

 

Proust: Morgens in Balbec:  Marcel zieht die Vorhänge ungeduldig auf um das Meer zu sehen.

 

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„Denn keines dieser Meere blieb länger als einen Tag. Am nächsten schon war ein anderes da, das manchmal dem vorherigen glich.Nie aber habe ich zweimal dasselbe gesehen.“

Er erleidet einen Fieberanfall, darf nicht mehr zu lange in der Sonne verweilen. So fahren sie jetzt auf den holprigen Straßen des Festlandes in der Kalesche der Madame de Villeparisis an der „Kühle und dem weichen Wogen“ entlang. Die Apfelbäume haben ihre Blüten verloren und erste Fruchtansätze gebildet. Marcel fühlt sich dem Meer nicht mehr nah genug: „es kam mir nicht lebendig vor, sondern lag da wie erstarrt.“ Madame Villeparisis denkt fortschrittlicher als angenommen, nimmt die Republik in Schutz und hält Menschen die nicht arbeiten für Taugenichtse, was sich in diesem Fall eher auf den Adel bezieht.

Marcel erfreut sich an ihren Reden, vereinzelt auftauchenden Kornblumen und Landmädchen.

Norpois  findet wieder Erwähnung.

Krusendorf/Kiel

Dünen, Steilküste, menschenleerer Steinestrand, gesäumt von Huflattich, Schachtelhalm, Kamille und Schilf.  Oben auf dem Dünenweg, wogende Felder von Weizen, Gerste und Hafer. Auf dem Stein im Meer sitzt ein Kormoran, hinten im Bild ein bewegungslos verharrendes Kriegsschiff.

Windschiefe Bäume, die Rufe nach den Hunden verhallen im Wind und dem Rauschen der Wellen.

 

Proust lesen Tag 51-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Im Grandhotel Balbec-Francoise verbündet sich mit dem Personal

Kiel

Diese Beiden sind heute bei uns eingezogen.

davdavKrusendorf

Fauler Sonntag. Am Strand treffen wir auf eine ältere Dame mit silberweißen Locken, wettergegerbter brauner Haut, Gummistiefeln, Sonnenbrille, beeindruckenden Oberarmmuskeln und lebendigem Lächeln, einen Windhund bei sich habend.

Ich spreche sie später an, die etwa Mitte Siebzigjährige. „Wir haben uns gerade den Kopf zerbrochen, wie sie zu diesen Oberarmmuskeln gekommen sind.“

„Undramatischer als sie denken“, gibt sie zurück. „Der Arzt hat mir Muskelaufbau verordnet um die Atemwege frei zu halten. Ich will demnächst noch in die Dolomiten wandern gehen.“

Wenn ich solche Leute sehe“, sagt Luise, „dann macht mir das Alter keine Angst.“

 

 

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Proust: Marcel ist noch immer im Grandhotel und beobachtet Gäste. Er spricht von Gefühlsinsuffizienz und Lücken in der Empfindungsfähigkeit. Sein Leben im Hotel ist nicht nur traurig, weil er keine Freunde findet, sondern auch unbequem weil Francoise sich mit den angestellten des Hotels verbündet und für deren Rechte eintritt. Es geht viel um Verhaltenskodex, nonverbale und verbale Kommunikation und die Schwierigkeiten, die die Mischung der Gesellschaftsschichten mit sich bringt.

Proust lesen Tag 49-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Fremdheit in Balbec-Heimat ist die Großmutter

Kiel/Heidkate

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Wind und Wellen

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Letzter Arbeitstag.

Am Abend am Meer gewesen.

Proust: Die Möbel im Hotelzimmer sind Marcel gegenüber feindselig gestimmt, selbst die Standuhr redet unablässig in einer fremden Sprache-vermutlich über ihn.

Heimat-ist allein die Großmutter.

 

Proust lesen Tag 48-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Ankommen in Balbec-Kirche von Balbec-Enttäuschung

Heute ist  Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen und ich bin mit dabei.

Proust: 

Marcel ist in Balbec angekommen und zutiefst enttäuscht, denn seine Vorstellung von der meerumtosten Kirche unter Möwengeschrei  ist nicht deckungsgleich mit dem was er vorfindet. Es ist ein Urlaubsort der nichts von der schroffen Einsamkeit hat, die er sich vorstellte. Am liebsten will er zurück nach Paris. Weg vom falschen Marmor des Grandhotels und dem Fehlen des gewohnten Umfeldes.

Kiel

Kühler, wolkenverhangener Tag mit vereinzelten Nieselregentropfen. Die Disteln blühen lila und verströmen schweren süßen Sommerduft.

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Man darf es kaum erwähnen, aber an grauen Tagen wie diesen, an denen das Licht der kleinen Stehlampe den Schreibtisch erhellt, beginne ich mich auf die Herbsttage zu freuen.

 

Proust lesen Tag 46-Im Schatten junger Mädchenblüte-Namen und Orte-Planung einer Reise in das Seebad Balbec-unwillkürliche Erinnerung

Proust:

Im wunderbaren Blog von Buchwolf, noch einmal seine Zusammenfassung des ersten Bandes von der Recherche gelesen. Mein Fehler liegt vermutlich darin, mich nicht auf das Mikroskopieren einzulassen. 

Etwa zwei Jahre später. Marcel hat es gegenüber Gilberte fast zu vollkommener Gleichgültigkeit gebracht. Zwei Jahre! Eine Reise in das Seebad Balbec wird geplant. Marcel freut sich zunächst darauf. Er hofft auf die veränderten Rituale, Gewohnheiten und Eindrücke um dem „von der Seßhaftigkeit erstarrten Alltag“ etwas entgegenzusetzen. Andererseits, als er erfährt, dass er nur mit der Großmutter reisen wird, verfällt er in Sorge.

Einige der einprägsamsten Sätze, waren für mich heute die Sätze über die Erinnerung, die noch zur Gilberte Episode gehörten.

„Daher lebt der beste Teil unseres Gedächtnisses außerhalb von uns, in dem feuchten Hauch eines Regentages, dem Geruch eines ungelüfteten Raumes oder dem Geruch eines eben entzündeten, aufflammenden Feuers, das heißt überall da, wo wir uns selbst wiederfinden, was unser Verstand als unverwendbar abgelehnt hatte, die letzte Reserve, die beste, der Vergangenheit, die, wenn all unsere Tränen versiegt scheinen, uns immer neue entlocken wird.“

Kiel:

Lach-und Silbermöwen umrundeten beharrlich das Buffett, die Silbermöwen sind die penetranteren.

Sie verschmähen weder, Melonenschale noch Chips, hingeworfene Fakeleckerbissen ignorieren sie hochmütig, bedenken es mit einem spöttischen Lachen.

Mit der Fähre zurück, endlich der Versuch die zwanzig Seiten zu lesen. Noch immer ist das Auto kaputt.

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