Proust lesen Tag 109-Guermantes-Chemnitz

 

Es wurde noch einmal warm, der Hornsauerklee blüht und es sieht aus als würde die Magnolie zur dritten Blüte ansetzen.

Proust: Es ist so wie es Jochen Schmidt sagte: nach gefühlten hunderten von Seiten Salon, bemerkt Madame de Guermantes, dass es bei ihr an diesem Abend todlangweilig wäre. Es fühlt sich an als würde Proust sich über den Leser lustig machen.

Proust lesen Tag 108-Sonntag-Guermantes

 

 

Proust: Ich bin froh, dass auch Jochen Schmidt, diese Tour durch den Salon als Herausforderung betrachtete. Eine sich anbiedernde Prinzessin von Parma, Abstammungsgenealogien die der Herzog zum Besten gibt und eine endlose Sucht sich den vermeintlich einem gebührenden Platz zu sichern.

Proust lesen Tag 107-Guermantes

Kiel:

Holunder gepflückt, Quitten auch, ein wunderbarer Herbsttag. Sechzehn Gläser Quitten und Holundermarmelade sind dabei herausgekommen. Brenesselsamen gesammelt, angebraten und zum Salat hinzugefügt. Ein Eichhörnchen sprang mir vor die Füße.

Proust: Oriane gibt spitzzüngig zu verstehen, dass sie Charlus für homosexuell hält, denn:

Er trauert komisch um seine Frau: „Er geht alle Tage zum Friedhof und erzählt ihr, wieviele Personen er zum Dinner gehabt hat.“

Sie lebten ja auch wie Heilige zusammen.

ER hat Zartgefühl, etwas Weibisches.————–

 

Proust lesen Tag 106-Guermantes-noch immer Salon

Hamburg:

Überall Straßenmusiker/innen,  ich wanderte die Hafencity entlang, wie auch schon im letzten Jahr. Es ist seltsam einen Ort, ein Jahr später wieder zu besuchen, der dann die ihn gespeicherten Erinnerungen wieder freigibt.

dav

IMG_20180831_190520.jpg

 

Proust: Noch immer im Salon von Oriane, wird sich unter anderem geistreich über Victor Hugo und Balzac unterhalten und darüber ob Literatur denn unbedingt das Hässliche in sich sich aufnehmen müsse, dass Leben sei doch schon grausam genug.

Proust lesen Tag 105-Guermantes-Oriane

Proust: An Tagen wie diesen beschränke ich mich allein darauf, niederzuschreiben was haften blieb. Der Ehemann der Madame de Guermantes liebt sie nicht, ihr verhilft seine Kühle und Strenge ihr nervöses Temperament zu erden. Während Oriane mit ihrer Ausstrahlung, ihrem Charme ihren Salon zu dem Salon überhaupt macht, hat ihr Mann wichtigeres zu tun und flattert von einer Liebe zur nächsten. Und so zeigt sich unter der Oberfläche der bezaubernden, schönen, geistreichen Oriane ein zweites Ich, dieses desillusioniert, bitter und müde.

 

Proust lesen Tag 103-Guermantes-Denver Clan und die einsame Prinzessin von Parma

Proust: Courvoisirs gegen Guermantes, die einen legen Wert auf eine tadellose Abstammung, die anderen folgen dem Adel des Geistes. Wo Gute sind muss es auch Böse geben. Die sozialistischen Ideen der Madame de Guermantes werden trotzdem nicht dazu führen, dass die charismatische Oriane einen mittellosen Künstler heiratet. Adel verpflichtet eben doch und die Rangfolge ist nur solange nicht von Belang, wie eine keine Verwässerung des blauen Blutes zur Folge hat..

Proust beschreibt die Bewegungen der männlichen Dekadenz als Choreografie des Ballettcorps.  Die einsame Prinzessin von Parma kopiert jedwede Bewegung der Madame de Guermante, allerdings ohne deren Esprit und so muss sie sich zuweilen mit 2 Gästen im ihren Salon bescheiden.

 

Proust lesen Tag 101-Guermantes-Im Salon von Oriane

Proust: Nach den heutigen zwanzig Seiten, fragte ich mich was ich dazu bloggen sollte. Ich blätterte in „Schmidt liest Proust“. Jochen Schmidt benennt den Salon der Madame de Guermantes als Auslaufgehege des Adels mit bestimmten Gepflogenheiten. Also Marcel ist dort, wo er bereits im ersten Band hinwollte, er hat die nächste Sprosse erreicht.  Hier ist man so höflich und edel, dass es kaum auszuhalten ist. Marcel verliert sich auf dem Weg zum Salon im Anblick echter Elstirs. Er trifft mit 45 Minuten Verspätung  zum mittags oder Abendmahle ein. Vermutlich knurrt allen schon der Magen, aber man lässt sich nichts anmerken.

 

Strand, Wind, Kitesurfer, Hunde, Sonne, Sand, Wellen. Luna und Ubu tobten herum, der Gatte kraxelte über Felsen.

DJogger, Radfaher, Hunde und Besitzer und einige Angler. Das Schilf am Flussufer rauschte, es singen kaum Vögel, ein paar Blesshühner hörte ich.

Das Wetter war merkwürdig, um die 18 Grad, windig, nicht warm , nicht kalt.

Nach der Hunderunde begann ich aus dem Rest des Quittengelees, Quittenbrot zu machen. Im Garten trafen sich die Musiker um zu proben, Hummeln und Bienen tummelten sich gierig am Borretsch, die Wespen blieben beim Wein.

Relativ müde jetzt.

 

 

 

 

Proust lesen Tag 98-Guermantes-Charlus und Bloch

Proust: Bloch der behauptet, Charlus hätte zu ihm ein besonderes Verhältnis, wird im Beisein von Marcel aber von Charlus ignoriert.  Heute nur zehn Seiten.

Nachts regnet es immer wieder heftig, ich schlafe schlecht.

 

Proust lesen Tag 96-Guermantes-Albertine

Proust: Ein Stelldichein mit Albertine, das von François misstrauisch beäugt wird. Ein erster Kuss.

Im Kommentar finde ich eine Bemerkung, dass die Textstelle zur Insektenbeobachtung auf abnorme sexuelle Veranlagungen hinweist. Hm. Ich habe das nicht erkannt, aber wie immer, wenn es in der Recherche zur Sache geht, bin ich erstaunt wie freizügig und direkt Proust schreibt. Sexualität ist jedenfalls kein Tabuthema.

 

Wetter: gerade so eben noch warm. Die Wespen sind eine Plage.

Proust lesen Tag 94-Guermantes-der Tod der Großmutter

Proust: Die Großmutter stirbt, und noch am Sterbebett gibt es Menschen die ihren Standesdünkel und egozentrisches Sein bar jeder Empathie, ausleben.

Ausgerechnet hier fehlt mir die Zeit mich tiefer damit auseinanderzusetzen. Die Familie schien sich verabredet zu haben, mich nicht lesen zu lassen.